Offener Brief aus Nordbögge

11. Juli 2018

Dank an Helfer und Kritik am Krisenmanagement der Verwaltung – Offener Brief an den Bürgermeister der Gemeinde Bönen

 

 

Sehr geehrter Herr Rotering,

 

im Vorfeld möchten wir, Martin Holz als Ratsherr der SPD Fraktion und Olaf Weinmann als 1. Vorsitzender des SPD Ortsvereins Nordbögge auf diesem Wege für den Einsatz aller Einsatzkräfte und Helfern bedanken. Wir sind froh und aber auch stolz, dass wir so viele, engagierte und ehrenamtliche Menschen in Bönen, aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus haben.

 

Nun zu unserem Anliegen als Nordbögger Bürger sowie als Ratsherr bzw. als 1. Vorsitzender des SPD Ortsvereins Nordbögge:

In der letzten Ratssitzung am Donnerstag, den 05.07.2018 haben Sie uns mitgeteilt, dass nach dem Brand eine Nachbearbeitung stattfinden wird und wir uns gedulden sollen.

Dies ist uns aber für die Bürger in Nordbögge zu wenig. Wir hätten uns von der Verwaltung, bzw. von Ihnen, Herr Rotering, als Bürgermeister der Gemeinde Bönen hier etwas mehr Initiative erhofft. Gerade in Nordbögge, wo ein Großteil des Rauches, Rußes und auch Brandreste vorübergezogen, aber auch niedergegangen sind.

Wir Nordbögger Bürger fühlen uns ein wenig alleine und im Stich gelassen und sind darüber sehr enttäuscht.

Aufgrund der Initiative einzelner Nordbögger Bürger und leider nicht durch die Verwaltung bzw. durch Sie als Bürgermeister, wurde am Donnerstag, den 05.07.2018 die Naturschutzbehörde aus Arnsberg tätig. Es wurden Bodenproben und Gemüse- bzw. Obstproben genommen, um zu prüfen, ob das Gemüse und Obst noch bedenkenlos verzehrt werden kann bzw. ob es kontaminiert ist. Der Westfälische Anzeiger berichtete am vergangenen Samstag hierüber. Hierzu danken wir den Initiatoren für ihren Einsatz.

Wie Sie sicherlich wissen, besteht Nordbögge Größenteils aus 1- 2 Familienhäusern mit angrenzenden Gärten, wo viele Bürger auch Obst und Gemüse anpflanzen.

Viele Nordbögger sind nun unsicher, wie es mit dem Verzehr des mit viel Arbeit und Liebe angebauten Obst und Gemüse aussieht.

Leider kam von der Verwaltung keine Initiative, um dies in Erfahrung zu bringen. Eine Informationsveranstaltung vor Ort wäre nach dem Brand sehr hilfreich gewesen, um Fragen besorgter Bürger aufzunehmen, um entsprechende Antworten zu klären. Wir sind uns sicher, dass so eine Informationsveranstaltung regen Zuspruch gefunden hätte.

Wir denken, dass u.a. Nordbögge der Ortsteil in Bönen ist, der am meisten vom Brand belastet wurde. Wir fühlen uns von der Verwaltung und von Ihnen als Bürgermeister alleine gelassen.

Die Proben wurden bereits entnommen. Wie stellen Sie sich denn das weitere Vorgehen vor? Müssen sich wieder einzelne Nordbögger darum kümmern, dass wir die Ergebnisse von den Proben bekommen, um dann alle Nordbögger bzw. alle Betroffenen zu informieren oder kann dies von der Verwaltung übernommen werden?

Da in Nordbögge viele ältere Menschen leben, wäre es sehr schön, wenn zur Weitergabe von Informationen auch die konventionellen Wege genutzt werden könnten, denn nicht alle nutzen das Internet bzw. die NINA App, um sich zu informieren. Dies war am 1. Tag des Brandes auch das Problem, denn es wurden bei uns in Nordbögge viele von den Nachbarn informiert, sich nicht im Freien aufzuhalten und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Hier mangelte es leider auch an der Weitergabe der Informationen, welche durch Eigeninitiative reduziert wurde. Hier möchten wir auch diesen Nachbarn danken.

Diesen Brief haben wir als offenen Brief an den Westfälischen Anzeiger weitergeleitet.

Wir danken Ihnen im Vorfeld für eine kurzfristige Antwort.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Martin Holz                                                                       Olaf Weinmann

Ratsherr in der SPD Fraktion Bönen                       1. Vorsitzender des SPD Ortsverein Nordbögge