Rehmet macht Rückzieher

4. Februar 2016

Nur vier Sozialdemokraten verließen Ratsfraktion / Ortsverein kritisiert Austritte

Der personelle Aderlass in der SPD-Fraktion fällt nicht ganz so groß aus, wie es fünf Ratsmitglieder vor zwei Wochen angekündigt hatten.

Während der ehemalige Fraktionsvorsitzende Klaus Herbst, Hans-Ulrich Reiners, Christiane Geiger-Caen und Wolfgang Menges bei ihrer Entscheidung geblieben sind und gegenüber dem Bürgermeister ihren Austritt aus der SPD-Fraktion erklärt haben, machte Sophie Rehmet einen Rückzieher. Sie bleibt in der Fraktion, die künftig noch aus elf Mitgliedern besteht.

Klaus Herbst, an dessen Haltung sich der Streit bei den Sozialdemokraten entzündet hatte, wird im Ratsinformationssystem der Gemeinde bereits ebenso wie Christiane Geiger-Caen, Wolfgang Menges und Hans-Ulrich Reiners als fraktionsloses Mitglied geführt.

Die drei Sozialdemokraten und ihre Genossin sind in der Liste der Ratsmitglieder nun zwischen Ralf Dammrose von der FDP und Ruth Tietz von der Linken zu finden.

„Nach langen Überlegungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sinnvoller ist, in der Fraktion zu bleiben“, erklärte Sophie Rehmet auf Nachfrage. Ausführlicher wollte sie sich nicht zu dieser Entscheidung und zu dem Thema äußern. Den Konflikt ausgelöst hatten sieben der zuletzt 15 SPD Ratsmitglieder, als sie die Abwahl des Fraktionsvorsitzenden Klaus Herbst beantragt hatten. Dafür gab es offenbar eine Mehrheit in der Fraktion.

Diese Forderung wurde laut Aussage des Gemeindeverbandsvorsitzenden Martin Engnath von den Verantwortlichen in den Ortsvereinen mitgetragen. Die Kritiker werfen Klaus Herbst vor, aus den jüngsten Wahlschlappen der SPD keine Konsequenzen gezogen zu haben und zurückgetreten zu sein. Ihm

mangele es an der Fähigkeit zur Selbstkritik. Damit stehe er einem Neuanfang in der SPD im Wege, hieß es. Das Kompromissangebot der Fraktionsmehrheit, seinen Rücktritt für den Herbst anzukündigen, nahm Klaus Herbst nicht an. Er und seine Mitstreiter warfen ihrerseits Martin Engnath vor, mit kritischen Äußerungen Kompromisslösungen verhindert zu haben. Die fünf kündigten darauf an, die Fraktion zu verlassen, aber im Rat zu bleiben. Vier von ihnen haben diesen Schritt inzwischen vollzogen. Sophie Rehmet machte eine Kehrtwende.

Versuche auf überörtlicher Parteiebene, die Risse in der Bönener SPD-Fraktion wieder zu kitten, sind gescheitert, wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ute Brüggenhorst bestätigte. Wer die Nachfolge von Klaus Herbst antritt, soll in der kommenden Woche entschieden werden.

„Da mache ich mir aber überhaupt keine Sorgen. Wir sind personell gut aufgestellt“, betonte Ute Brüggenhorst, die bisher zusammen mit Thomas Köster stellvertretende Fraktionsvorsitzende war.

Unterdessen stärkte der SPD-Ortsverein Bramey-Lenningsen- Flierich in einer Pressemitteilung den Herbst- Kritikern den Rücken. In der Hauptversammlung, die am Sonntag allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte, sollen die Sozialdemokraten Martin Engnath die volle Unterstützung zugesagt haben.

„In der Versammlung herrschte Unverständnis über die Art und Weise der Fraktionsaustritte“, berichtete Schriftführerin Cornelia Hawickenbrauck. Sie wurde ebenso im Amt bestätigt wie die erste Vorsitzende Heike Reher, die Stellvertreter Jörg Grünewald und Manfred Hawickenbrauck sowie Kassiererin Daniela Reher. „Wir sehen auch Chancen zur Neujustierung. Der Weg ist damit frei für eine Erneuerung der Parteiarbeit vor Ort“, schrieb Hawickenbrauck.

Quelle WA-Bönen