Bönener SPD-Fraktion formierte sich nach Streit neu

10. Februar 2016

Die SPD-Fraktion im Bönener Gemeinderat hat sich nach dem Austritt von vier Mitgliedern neu sortiert. Thomas Köster hat den Fraktionsvorsitz von Klaus Herbst übernommen, der zusammen mit Hans Ulrich Reiners, Christiane Geiger-Caen und Wolfgang Menges zukünftig sein eigenes Süppchen im Rat kochen will.

Die vier wollen nach dem Ärger in der SPD-Fraktion bekanntlich mit dem Status „fraktionslos“ weiterhin im Rat und in den Ausschüssen mitarbeiten. Sie könnten nach Auskunft der Gemeindeverwaltung aber auch eine eigene Fraktion bilden.

Klaus Herbst kann auch Vorsitzender des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt bleiben, weil dieses Amt laut Gemeindeordnung an die Person und nicht an die Partei gebunden ist, die ihn vorgeschlagen hat.
Dirk Lampersbach zum Stellvertreter gewählt

Die Wahl des neuen SPD-Fraktionsvorstandes verlief ohne Probleme und einstimmig wie Ute Brüggenhorst nach der Sitzung der Sozialdemokraten am Dienstagabend im Rathaus berichtete. Die 42-jährige Politikwissenschaftlerin blieb danach zweite stellvertretende Vorsitzende. Zum ersten Stellvertreter wählten die Fraktionsmitglieder Dirk Lampersbach. Das war in den vergangenen Jahren Thomas Köster, der nun erstmals die Verantwortung als Fraktionschef übernahm.

Der 58-jährige Diplom-Sozialarbeiter und Leiter der sozialen Dienste in der Stadtverwaltung Unna verfügt über sehr große kommunalpolitische Erfahrung. Er rückte bereits 1978 erstmals in den Gemeinderat. Seitdem gehört Köster der Bönener Bürgervertretung ununterbrochen an.

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Sein Stellvertreter Dirk Lampersbach ist ebenfalls kein Neuling im Rat. Der 43jährige Justizvollzugbeamte hat sich auch als Bezisksbetreuer der Siedlergemeinschaften im Verband für Wohneigentum einen Namen gemacht. Zum Schriftführer wählten die Sozialdemokraten Martin Holz als Nachfolger von Christiane Geiger-Caen. Fraktionsgeschäftsführer blieb Martin Engnath. Der 51-jährige Bankkaufmann ist Personalratsvorsitzender bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen.

Der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende gehörte auch zu denjenigen Fraktionsmitgliedern, die eine Abwahl von Klaus Herbst durchsetzen wollten. Der zog es letztlich vor, die SPD-Fraktion ganz zu verlassen. Unterstützung bekam er von Ulrich Reiners, Christiane Geiger-Caen und Wolfgang Menges, die mit ihm die Fraktion verließen. Sie kritisierten vor allem, dass Klaus Herbst allein die Verantwortung für die zuletzt enttäuschenden Wahlergebnisse mit dem Verlust der absoluten Mehrheit im Rat (2014) und der Schlappe bei der Bürgermeisterwahl (2015) übernehmen sollte.

Die Herbst-Gegner warfen dem langjährigen Vorsitzenden vor allem die Unfähigkeit zur Selbstkritik vor. Aus ihrer Sicht blockierte Herbst damit einen Neuanfang in Fraktion und Partei. „Wir wollen uns insgesamt breiter aufstellen und Arbeit zukünftig auf mehr Schultern verteilen“, betonte Brüggenhorst.

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Autor
Werner Lindemann

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