Die SPD-Fraktion hat sich Gedanken zur aktuellen Diskussion um die Errichtung des Sportparks mit zwei Fußballplätzen gemacht. Die Entscheidung für die zwei Plätze wurde nach intensiver Beratung gefällt. Dabei wurden Vereinsvertreter der betreffenden Fußballvereine, sowie der Gemeindesportverbandsvorsitzende mit einbezogen. Ein Blick auf bereits vergangene Beschlüsse ist hier genauso hilfreich, wie der Blick in die Zukunft der Gemeinde und der Vereine.

credits: Samet Özgüc

Stellungnahme zur Beschlussvorlage Nr.: 398/10 Sportpark auf dem
Zechengelände, Planung Sportplätze und Vereinsheim


Das kontaminierte Zechengelände wurde ab den 1990er Jahren umfassend saniert
und sollte einer Wohnbebauung zugeführt werden. Eine Bebauung mit der
Goetheschule, einer Dreifachsporthalle, eines Schießstandes, eines Bades mit
Sauna erfolgte zwischen 2007 und 2010 im nördlichen Bereich des Geländes. Eine
Wohnbebauung im Bereich zwischen Hallenbad und Zechenturm war nicht möglich.
Die SPD-Fraktion stellte 2005 den Antrag, auf der sanierten Fläche 2 Sportplätze zu
errichten, bei gleichzeitiger Aufgabe der beiden Sportplätze am Rehbusch und des
Tennenplatzes am Bockeldamm. Es war nicht einfach, die beiden Fußballvereine
(SpVg Bönen und IG Bönen) von dieser Idee zu überzeugen, zumal es sich bei der
Anlage am Rehbusch um eine historische Sportstätte aus dem Jahr 1936 handelt.
Mit dem gemeindlichen Versprechen 2 Sportplätze -einen Rasenplatz und einen
Kunstrasenplatz- zu errichten, erklärten sich die Vereine mit der Maßnahme
einverstanden. Eine Umsetzung war für 2012/13 geplant. Im Jahr 2011 erlebte die
Gemeinde Bönen dann einen erheblichen Gewerbesteuereinbruch, der eine
Verschiebung des Projektes auf unbestimmte Zeit zur Folge hatte.


14 Punkte zur Bewertung der Sportplatzentwicklung auf dem Zechengelände:

1. Seit ca. 17 Jahren ist die Verlegung der Sportanlagen Am Rehbusch und
Bockeldamm (2 Tennenplätze, 1 Rasenplatz) mit zukünftig 2 Plätzen politisch
vereinbart und mit den betroffenen Vereinen abgesprochen worden.
2. Seit dieser Zeit sind keine Ertüchtigungen der beiden bestehenden
Sportanlagen mehr erfolgt, lediglich Notreparaturen.
3. Die gemeindliche Zusage, 2 Plätze zu errichten, war immer völlig unabhängig
davon zu sehen, in welcher Liga die Vereine gerade spielen.
4. Die Planung war von Anfang an nicht an mögliche Fördergelder von Land
oder Bund gekoppelt.
5. Option 3 des Sportstättenentwicklungskonzeptes der Gemeinde Bönen aus
2019 sieht für alle 4 Fußballvereine in Bönen je 1 Platzanlage vor. Auf dem
Zechengelände spricht sich der Planer für 1 Rasen- und 1 Kunstrasenplatz
aus, auch wenn der Bedarf prognostisch geringer eingestuft wurde..
6. Nach Preisanstiegen der letzten Jahre erklärten sich beide Vereine nun bereit,
erhebliche Einschränkungen bei der Erstellung des Vereinsheimes in Kauf zu
nehmen (aktuelle Kosten 3,5 Mio., neue Variante 2,18 Mio., gleich 1,22 Mio.
Einsparung) 7. Beide Vereine verzichten auf die geplante kostenintensive Tribüne für 1.500
Zuschauer, sondern vereinbarten mit der Verwaltung eine Tribüne für lediglich
200 Zuschauer, was zu weiterer erheblicher Kostenreduzierung der
Gesamtmaßnahme führt.
8. 2 Plätze gleichzeitig zu erstellen ist nach unserer Auffassung kostengünstiger
als 1,5 Plätze sofort und den zweiten halben Platz eventuell Jahre später zu
erstellen, nur um jetzt 360 Tausend € einzusparen, was lediglich 6,6 % der
Gesamtsumme ausmacht. Auch müsste die vorgehaltene Freifläche jetzt
schon vorbereitet und regelmäßig durch den Bauhof gepflegt werden.
9. Sollte die spätere Auslastung nicht so hoch sein, wie sie von beiden Vereinen
prognostiziert wird, werden die beiden Plätze auch nicht so intensiv genutzt,
dadurch steigt ihr Nutzungszeitraum.
10.Der Verkauf der alten Sportplatzflächen als Bauland war von Anfang an
Bestandteil der Refinanzierungsüberlegungen der neuen Sportanlage (hier ist
jedoch die ökologische Bedeutung der Sportanlage Rehbusch am Waldrand
im Zuge des Klimawandels neu zu beachten und zu überdenken).
11.Es sollte Intention und Auftrag der Gemeinde Bönen sein, ausreichende und
attraktive Sportanlagen und -einrichtungen gerade in der Gemeindemitte mit
seinen vielen Einwohnern / Einwohnerinnen und der steigenden Zahlen von
Kindern und Jugendlichen vorzuhalten und dadurch für den Sport zu
gewinnen. Mit diesem Konzept hat die Gemeinde 2008 schon einmal sehr
gute Erfahrungen gemacht, als sich der Rat der Gemeinde Bönen entschloss,
für die abgängige Einfachsporthalle am alten Goetheschulstandort eine
moderne Dreifachsporthalle auf dem Zechengelände zu errichten.
12.Auch jetzt tut die Gemeinde gut daran, eine attraktive Mountain-Bike-Anlage
zu bauen, ebenso einen Calisthenics -Platz und eine Stockschießbahn, ohne
heute schon genau zu wissen, wie hoch die tatsächliche Auslastung für diese
Angebote sein wird.
13.Es wäre sachlich nicht angemessen jetzt finanzielle Abstriche bei den
sinnvollen Baumaßnahmen zur Entwicklung des Sportparks auf dem
Zechengelände zu machen, weil fast zeitglich 1 Fußballplatz in Lenningsen
neu gebaut und 1 Kunstrasenplatz in Nordbögge erneuert werden müssen.
14.Sicherlich hat sich der Fördergeber für die Gemeinde Bönen auch deshalb
entschieden, weil der kommunale finanzielle Eigenanteil bezogen auf das dem
Fördergeber skizzierte großzügige Sportparkangebot überzeugt hat. Ob der
Fördergeber bei der nun geplanten Reduzierung des Angebotes und der damit
verbunden Kosten heute noch Bönen den Zuschlag gegeben hätte, bleibt
fraglich.


Fazit: Da die SPD-Fraktion in Sachen Sportpark keine halben Sachen machen
möchte, beantragen wir den Beschlussvorschlag unter Punkt 2 von Variante 1 in
Variante 2 (2 Plätze) zu verändern.

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