Leserbrief im Westfälischen Anzeiger

10. April 2019

Zum Bericht: „Gute Erfahrungen – mit Schutzstreifen auf der Bahnhofstraße“

Fahrradfahren ist umweltschonend, preiswert, benötigt wenig Verkehrsraum und ist auf kurzen Wegen unschlagbar schnell. Gesund ist es auch, zumindest dann, wenn der Radfahrende heil an sein Ziel kommt.

Auf Betreiben der SPD hat Bönen in den letzten Jahren viel für den touristischen Ausbau des Wegenetzes getan.

Zudem sind die meisten Straßen in Bönen auch ohne Schutzstreifen und Radwege sicher.

Der Ausbau der östlichen Bahnhofstraße wird allen EinwohnerInnen Veränderungen abverlangen. Die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden und AnwohnerInnen müssen berücksichtigt werden. Dazu braucht es keiner guten Fee, wie Herr Flunkert meint, sondern das verwaltungsseitige Bemühen, mit AnwohnerInnen, den Geschäftsleuten, BürgerInnen, Radfahrenden und dem ADFC zu diskutieren. Ein modernes Verkehrskonzept muss für alle Menschen zwischen 8 und 80 Jahren greifen. Schutzstreifen zu beiden Seiten aufzupinseln, wie es die Verwaltung anregt, wird aufgrund der mangelnden Schutzfunktion dieser schmalen Streifchen und angesichts des benötigten Parkraums kein akzeptables Konzept sein. Zugleich sollte ein Radweg nicht auf den Bürgersteig verbannt werden, um die FußgängerInnen in dem Geschäftsbereich und die Radfahrenden an Einmündungen nicht zu gefährden.

Protected Bike Lanes – breite Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen, physisch vom Verkehr getrennt und ausschließlich für Radfahrende nutzbar, sind ein Konzept über das nachgedacht werden muss. Auf der östlichen Bahnhofstraße wird dies zu prüfen sein – einseitig geführt mit Begegnungsverkehr. So könnte auf der anderen Straßenseite noch Platz für parkende Autos bleiben. Hierdurch würden sicherlich viele BürgerInnen ermutigt, auf das Rad umzusteigen. Dies könnte dann den verbleibenden Autoverkehr entlasten.

Während in Nachbarländern der Radverkehr zunimmt, stockt das Verkehrsvolumen in Deutschland. Das Potenzial in der Bevölkerung ist nicht ausgeschöpft. Junge Erwachsene nutzen selbstbewusst und unerschrocken das Rad, für Kinder und ältere MitbürgerInnen fehlt es jedoch an gefühlter Sicherheit, gerade im Dunkeln. Schlechte Radwege, unübersichtliche Verkehrssituationen oder sonstige Hindernisse schrecken sie bzw. deren Eltern ab.

Ein Radweg muss sicher und attraktiv sein.

Beim Ausbau der östlichen Bahnhofstraße haben wir die Gelegenheit, allen Verkehrsteilnehmenden gerecht zu werden und nicht das Auto zu bevorzugen. Dann besteht eine gute Chance, dass Stau, Lärm, Feinstaub und Unfälle abnehmen und alle EinwohnerInnen profitieren.

Für die Umsetzung brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme aller EinwohnerInnen.

Ute Brüggenhorst